Folge 14 — Sechs Fragen, bei denen Unternehmer schlucken

Sechs Fragen, bei denen Unternehmer schlucken

Der Selbsttest zum Start von Staffel 3: sechs Stellen, an denen Betriebe im Mittelstand ins Rutschen kommen. Zählen Sie mit.

Ein Kennenlerngespräch bei einem Metallbauer, um die sechzig Mitarbeitende, der Inhaber Ende fünfzig, empfohlen vom Steuerberater. Gleich zu Beginn sagt er, er habe eigentlich keine Zeit für so etwas, aber sein Steuerberater und seine Frau meinten, er solle sich mal Hilfe von außen holen. Max hat einen Zettel dabei, sechs Fragen, mehr nicht. Bei der zweiten Frage hört der Mann auf, mit dem Kugelschreiber zu klicken. Bei der vierten steht er auf und macht die Tür zu, obwohl das ganze Gebäude längst leer ist. Aus der geplanten halben Stunde wird ein Abend. Irgendwann gehen draußen die Hallenlichter aus, Zeitschaltuhr, und die beiden reden im Halbdunkel weiter. Am Ende tippt er auf den Zettel: Herr Kummer, ich dachte, bei mir läuft alles. Aber bei vier von Ihren sechs Fragen musste ich heftig schlucken.

Die zugemachte Tür kennt Sven aus vielen Betrieben. Einer steht auf und schließt sie, obwohl keiner mehr im Haus ist. Meistens hat ihn die Frage längst beschäftigt, nur hat sie zum ersten Mal jemand laut ausgesprochen. Und das sind die Unternehmer, mit denen sich etwas bewegen lässt: die, die schlucken. Wer schluckt, hat die Frage ernst genommen. Über viele Jahre haben Max und Sven sich angeschaut, wo Betriebe im Mittelstand ins Rutschen kommen. Es sind immer wieder dieselben sechs Stellen. Ein Teil steht im Zahlenwerk, der andere steckt im Betrieb: in den Kunden, in den Leuten, in der Art, wie entschieden und geführt wird.

Genau diese sechs Fragen stellen Max und Sven Ihnen in dieser Folge, eine nach der anderen, mit Stille dazwischen. Antworten Sie für sich, im Auto, beim Joggen, beim Gassigehen, und zählen Sie mit, wie oft Sie schlucken. Es hört keiner mit. Dazu die Auswertung, der erste Tag eins der Staffel, und am Ende die Auflösung, was aus dem Metallbauer geworden ist und welchen Satz er zwei Wochen später gesagt hat. Ab Freitag geht es Faktor für Faktor weiter: jede der sechs Stellen bekommt zwei Folgen, erst das Erkennen, dann das Machen. Das Entscheiden dazwischen nimmt Ihnen keiner ab.

1. Die sechs Fragen

Markt: Wann haben Sie zuletzt einen Kunden gefragt, warum er bei Ihnen kauft? Bewusst gefragt, und dann zugehört. Liquidität: Ihr Kontostand in dreizehn Wochen, wissen Sie das, oder hoffen Sie das? Den von heute kennt jeder aus der App. Ertragskraft: Können Sie die drei Kunden nennen, bei denen Sie draufzahlen? Nicht schätzen, nennen, mit Namen. Klarheit: Nennen Sie die fünf Zahlen, nach denen Sie Ihr Unternehmen steuern, ohne nachzuschauen. Wer nach der dritten stockt, führt aus dem Bauch. Stabilität: Welche drei Personen in Ihrem Betrieb dürfen nicht gleichzeitig kündigen? Und was von dem, was die drei wissen, steht irgendwo geschrieben? Führung: Welche wichtige Entscheidung ist in Ihrem Unternehmen zuletzt ohne Sie gefallen? Wenn Ihnen sofort eine einfällt, mit Datum, sind Sie weiter als die meisten.

2. Die Auswertung

Bei keiner Frage geschluckt: Glückwunsch, ehrlich gemeint, hören Sie trotzdem weiter. Bei einer: ganz normal, das hat fast jeder. Ab zwei lohnt ein genauer Blick, egal welche Fragen es sind. Wer bei vier gelandet ist wie der Metallbauer, muss deswegen nicht schlecht schlafen. Sie haben jetzt eine Liste, und an einer Liste kann man arbeiten, Punkt für Punkt. Wer das nicht allein sortieren will: der Check-Tag. Ein Tag im Betrieb, alle sechs Faktoren mit deutlich mehr als sechs Fragen, abends liegt eine Ampel auf dem Tisch, grün, gelb, rot, dazu die drei Themen, die zuerst drankommen.

3. Tag eins: Womit Sven anfängt

Neu ab dieser Folge und ab jetzt an derselben Stelle in jeder Folge. Wenn vier von sechs Fragen rot sind, fängt Sven mit der Liquidität an: Inhaber und Buchhaltung an einen Tisch, eine rollierende Liquiditätsplanung über dreizehn Wochen, Woche für Woche, was reinkommt, was rausgeht. Mühsam, ein Tag, manchmal zwei. Und bis die steht, wird nichts Größeres entschieden: keine Einstellung, keine Investition, kein neues Projekt. Erst wer weiß, wie viel Zeit er hat, kann wieder frei handeln. Ihre Aufgabe für Montagmorgen: die eine Frage, bei der Sie am heftigsten geschluckt haben, auf einen Zettel, an den Badezimmerspiegel. Mehr nicht.

Bei zwei oder mehr Fragen geschluckt?

Dann lohnt ein genauer Blick, egal bei welchen. Ein kostenloses Erstgespräch, kurz und unverbindlich: mit Max, wenn es um Zahlen, Liquidität und Finanzierung geht, mit Sven, wenn es um Führung, Organisation und Struktur geht.

Erst mal allein prüfen? Der Quickcheck: zwölf Fragen, keine zehn Minuten. 10finance.de/quickcheck