1. Den Cash Conversion Cycle berechnen
Fragen Sie Ihren Controller nach drei Zahlen: Lagerdauer, Kundenzahlungsdauer, Lieferantenzahlungsfrist. Die ersten beiden addieren, die dritte abziehen. Liegt das Ergebnis über 60 Tagen, gehen Sie es aktiv an.
Freitagabend, kurz nach 18 Uhr. Bei einem Geschäftsführer aus der Metallverarbeitung, 60 Mitarbeiter, ploppt eine Mail auf: Sein Hauptlieferant kürzt das Zahlungsziel von 45 auf 14 Tage. Nach über zehn Jahren ohne eine einzige verspätete Zahlung. Das einzige Vorzeichen, im Nachhinein: Der Außendienst war zuletzt schneller wieder weg, als er da war.
Eine gekürzte Zahlungsfrist ist ein doppeltes Signal. Von außen sagt sie etwas über den Lieferanten, der womöglich selbst unter Druck steht. Von innen etwas über Sie und Ihr Standing in seiner Kundenliste. Dahinter steht eine Zahl, die in keiner BWA auftaucht und trotzdem über Ihre Liquidität entscheidet: der Cash Conversion Cycle. Liegt er über 60 Tagen, haben Sie ein Thema.
In dieser Folge zeige ich Ihnen, wie Sie die Signale Ihrer Lieferkette lesen, Ihren Cash Conversion Cycle berechnen und an vier Hebeln selbst verkürzen: Kundenzahlungsziele, Lagerbestand, Lieferantenbeziehung und Auftragsmix. Die Lieferkette ist kein Rückspiegel. Sie ist Ihr Frühwarnsystem.
Fragen Sie Ihren Controller nach drei Zahlen: Lagerdauer, Kundenzahlungsdauer, Lieferantenzahlungsfrist. Die ersten beiden addieren, die dritte abziehen. Liegt das Ergebnis über 60 Tagen, gehen Sie es aktiv an.
Drei Fragen je Lieferant: Wie abhängig bin ich? Habe ich realistische Alternativen? Wie war mein eigenes Zahlungsverhalten in den letzten zwölf Monaten? Das zeigt, wo Ihre Risiken liegen.
Fordert ein Lieferant kürzere Ziele, gehen Sie nicht defensiv und nicht mit Gegenangeboten hinein. Suchen Sie das Gespräch und sammeln Sie Informationen: Was hat sich verändert, wie lässt es sich gemeinsam lösen?